Revolution anno 1525
Die Bauernkriege gelten als "Revolution des kleinen Mannes". In verschiedenen Regionen des Deutschen Reichs erhoben sich Bauern und Städter gegen die Ausbeutung durch die privilegierten Stände. Doch die Aufstände scheiterten rasch und wurden blutig niedergeschlagen. Tirol bildete indes eine Ausnahme: Im Fürstbistum Brixen übernahmen die Aufrührer tatsächlich die Macht und verlangten, Adel und Klerus dauerhaft von der Regierung auszuschließen.
Ralf Höller zeichnet das ereignisreiche Leben von Michael Gaismair nach, dem Kopf dieser erfolgreichen Erhebung. Er scharte die Tiroler erfolgreich hinter sich und forderte die Großmacht Habsburg mitten in den Bergen militärisch heraus. Doch vor allem politisch war er seinen Mitstreitern nördlich der Alpen voraus: Mit der "Landesordnung" legte er 1526 einen ersten Entwurf für eine Republik Tirol vor und verfolgte damit einen ungeheuerlichen politischen Umbruch.
Revolution anno 1525
Im Frühjahr 1525 erhoben sich in Teilen des Deutschen Reichs die Bauern, doch mangelte es an einer einheitlichen Strategie. Nicht so in Tirol: Die von Michael Gaismair geplante Bauernrepublik (Adel und Klerus sollten dauerhaft von der Regierung ausgeschlossen werden) war ihrer Zeit weit voraus. Dieser Verfassungsentwurf sollte für Jahrhunderte der fortschrittlichste in Europa bleiben.