Der Begriff des Posthumanismus ist schon seit mehr als zwei Jahrzehnten in sozial- und kulturwissenschaftlichen Debatten zu finden, gewinnt jedoch in jüngster Zeit wieder an Aufmerksamkeit. Dies nicht ohne Grund: Sowohl die Auseinandersetzung mit dem anthropogenen Klimawandel und die damit zusammenhängende Diagnose des Anthropozäns als auch das unklare Verhältnis von Mensch und Technik im Lichte digitaler Medien und Künstlicher Intelligenz stellen das Menschenbild sowie die humanistischen Entwürfe der Moderne infrage. Die Beiträger*innen machen die Debatten für die Erziehungswissenschaft fruchtbar und zeigen Wege auf, inwiefern sich diese neuen Perspektiven mit einer Relationierung von Bildung und Kritik verbinden lassen.
In den letzten Jahren haben sich im Bereich der frühen Kindheit weitreichende bildungs- und gesellschaftspolitische Transformationen vollzogen. Der Band versammelt kritische Perspektiven und Ein- bzw. Widersprüche zu diesen Entwicklungen - von der Auseinandersetzung mit hegemonialen wissenschaftlichen und politischen Diskursen bis hin zu den in der Kultur der Frühpädagogik verankerten Praktiken. Dabei diskutieren die Beiträge grundlegende pädagogische Problemstellungen wie Mündigkeit, Abhängigkeit, Körperlichkeit, Verletzbarkeit und Normalisierung und gehen im Lichte der Spezifika frühpädagogischer Herausforderungen auf Theorie und Praxis ein.