Effi Briest geht auf eine sogenannte wahre Geschichte zurück, eine
Duellaffäre mit tödlichem Ausgang, die im Berliner fin de siècle viel
Staub aufwirbelte. »Ja, die arme Effi!« schreibt Fontane am 2. März
1895, nachdem der letzte Teil des Romans in der Deutschen Rundschau
vorabgedruckt war, an den Verleger Hans Hertz, »vielleicht ist es mir
so gelungen, weil ich das Ganze träumerisch und fast wie mit einem
Psychographen geschrieben habe. Sonst kann ich mich immer der Arbeit, ihrer Mühe, Sorgen und Etappen erinnern - in diesem Falle gar
nicht. Es ist so wie von selbst gekommen, ohne rechte Überlegung und
ohne alle Kritik. Meine Gönnerin L. erzählte mir auf meine Frage: »Was
machte denn der?« ... die ganze Effi Briest-Geschichte, und als die Stelle
kam, zweites Kapitel, wo die spielenden Mädchen durchs Weinlaub in
den Saal hineinrufen: »Effi, komm«, stand mir fest: »Das mußt du
schreiben«.«
Im Oktober 1895 erschien der Roman als Buchausgabe bei F. Fontane & Co., Berlin, mit der Datierung 1896. Der Text folgt dieser ersten Buchausgabe, die 1910 in der 30. Auflage gedruckt wird und
Thomas Mann veranlaßt, Effi Briest »noch immer für den besten deutschen Roman seit den Wahlverwandtschaften« zu halten.
Die 21 Lithographien zu Effi Briest fertigte Max Liebermann für eine
Ausgabe des Romans, die als Jahresgabe der Maximilian-Gesellschaft
im Jahre 1926/27 erschien.